Geburtsbericht - Geburt mit HypnoBirthing und Beleghebamme

Foto: Alina Atzler

Foto: Alina Atzler

Geburtsbericht 

Eine Geburt ist ein einzigartiges Erlebnis. Jede Geburt ist individuell und besonders. Wir möchten euch aufzeigen, wie Geburten sein können. Unperfekt, perfekt. Einfach so wie sie sind. Familien berichten ihr Erleben.

Text: HypnoBirthing Kursteilnehmerin der Gebärmütter

Pünktlich am Stichtag habe ich kurz nach Mitternacht leichte Wellen bekommen. Es fühlte sich wie leichter Periodenschmerz an und ich habe die Wellen deshalb zunächst nicht als Geburtswellen wahrgenommen; mir viel lediglich auf, dass ich nicht wie sonst in der Schwangerschaft ein dauerhaftes Ziehen im Unterleib hatte, sondern das Ziehen etwa alle 5 Minuten für 30 Sekunden auftrat. Da sie aber noch nicht kräftig waren, bin ich noch vier Stunden im Bett liegen geblieben und habe die Wellen mit der Wellenatmung aus dem Hypnobirthing veratmet. Auch wenn die Wellen immer kräftiger wurden, war ich noch nicht überzeugt, dass es Geburtswellen (sondern eher Übungswellen) sind. Um halb fünf ist dann aber die Fruchtblase geplatzt und es war klar: Es geht los! Mein Mann und ich haben dann noch geduscht (das warme Wasser tat sehr gut!) und wir haben unsere Beleghebamme angerufen. Um halb sechs sind wir dann in die Klinik gefahren, gegen kurz nach sechs waren wir im Kreißsaal. Nachdem die Fruchtblase geplatzt ist, wurden die Wellen immer kräftiger und ich musste die Wellenpausen abwarten, um mich fortzubewegen. Sie waren dennoch noch gut aushaltbar, wenn ich mich nach vorne gebeugt habe, und ich konnte sie gut veratmen. Im Auto wurden die Wellen deutlich schmerzhafter und ich war froh, als wir im Kreißsaal waren. Wären wir später angekommen, wäre ich ängstlich geworden, da es mittlerweile auch zwischen den Wellen schmerzhaft wurde. So war es genau richtig. Die Wellenatmung konnte ich dann nicht mehr anwenden, da mir das ausschließliche Ein- und Ausatmen durch die Nase unangenehm wurde. Stattdessen habe ich dann zur Atmung aus dem Yogakurs gewechselt, bei dem man durch die Nase einatmet und (mit oder ohne Tönen) aus dem Mund ausatmet. 

Ich hatte mir eine Wassergeburt gewünscht und zum Glück war auch der Saal mit der großen Geburtswanne frei. Im Kreißsaal angekommen, wurden die Wellen stärker und ich musste immer lauter Tönen. Ich saß auf einem Hocker und stütze mich nach vorne auf dem Bett ab. Der Kreißsaal hatte ein angenehm gedämmtes Licht und mein Mann hat mir Yoga-Musik angemacht. Wir waren auch nur mit unserer Beleghebamme im Raum und es herrschte eine angenehme Atmosphäre. Ich bekam ein mobiles Dauer-CTG, das mich jedoch gar nicht störte. Der Muttermund war mittlerweile komplett geöffnet (ich wurde nur einmal untersucht) und die Herztöne des Kindes waren durchweg gut. Bei den Wellen war es mir wichtig nicht angefasst zu werden. Zwischen den Wellen hat mein Mann mich mit der Light-Touch-Massage massiert, mir Wasser und Cola zu trinken gegeben und positive Geburtsaffirmationen zugeflüstert. Unsere Hebamme hielt sich freundlich zurück und hat meinen Mann und mich lediglich zwischendurch bestärkt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Die Wellen wurden nun immer schmerzhafter, aber dank des Hypnobirthing-Kurses hatte ich die Gewissheit und mentale Stärke, dass ich es ohne Schmerzmittel schaffen kann. Bei jeder Welle konnte ich mir sagen, dass ich noch eine schaffe und habe mich so gut von jeder Welle zur nächsten hangeln können. Zwischen den Wellen hatte ich auch ziemliche Schmerzen, war aber gelassen und entspannt. 

Rechtzeitig habe ich noch in die Wanne gewechselt und die letzten 4-5 Presswellen dort erlebt. Das warme Wasser tat gut und ich fühlte mich im Wasser geborgen. Die letzten Wellen waren sehr schmerzhaft und heftig und ich habe immer lauter getönt (zum Schluss geschrien), was jedoch sehr gut tat und so konnten mein Mann und die Hebamme gut den Fortschritt der Geburt einschätzen. Ich blieb in einer knienden und nach vorn gebeugten Position bis das Köpfchen geboren wurde. Vor der letzten Welle haben mir mein Mann und die Hebamme geholfen mich nach hinten zu lehnen, sodass ich die Geburt unserer Tochter beobachten konnte und bereit war sie schnell in den Arm zu nehmen. 

Nach nur 2,5 Stunden im Kreißsaal ist dann um 8.28 Uhr unsere Tochter geboren. 

Ich habe die Geburt als eine schöne Geburt in Erinnerung: Zwar war es zum Ende hin (die letzten 1.5 Stunden) sehr schmerzhaft, aber schön natürlich und schnell. Dadurch konnte ich auch die Schmerzen gut aushalten und bin glücklich, dass ich die ganze Zeit über entspannt und kraftvoll geblieben bin und dankbar, dass eine Wassergeburt tatsächlich möglich und die richtige Entscheidung war. Durch den Hypnobirthing-Kurs, Schwangerschafts-Yoga und täglichem Üben zu Hause habe ich mich sehr gut vorbereitet gefühlt und tatsächlich ist alles schnell vergessen, sobald man sein Kind in den Armen hält. 

Welche Vorbereitung mir geholfen hat: 

  • Akupunktur in den letzten vier Wochen vor der Geburt (ich nehme an, dass deshalb die erste Phase sehr schnell ging) 

  • Yoga-Kurs (Atmung, Entspannung, Beweglichkeit) 

  • Wellenatmung aus dem Hypnobirthing, um tiefes und langes Atmen zu trainieren, sowie J-Atmung 

  • Theoretisches Wissen aus dem Hypnobirthing, so habe ich mich die ganze Zeit über sicher und kompetent gefühlt 

  • Entspannungsübungen – insbesondere der Entspannungsanker und Regenbogenentspannung – und Bilder/Videos aus dem Hypnobirthing, die mir die mentale Stärke und Gewissheit gegeben haben, dass ich eine natürliche Geburt ohne Schmerzmittel schaffen kann 

  • Besprechung der Wünsche für die Geburt mit einem tollen Beleghebammen-Team 

Was mir im Kreißsaal geholfen hat: 

  • Unterstützung durch meinen Mann (Light-Touch-Massage, Gutes Zureden, Hilfe beim Einnehmen von Positionen) 

  • Strohhalm, um zu Trinken (Cola, Wasser) 

  • Yoga-Musik und sanfte Beleuchtung 

  • Tolle Hebamme, die im Hintergrund agiert und unterstützt hat