Geburtsbericht - Die spontane Geburt von @DieAnneke mit Hypnobirthing, die dann doch ein Kaiserschnitt war

Text: Anneke Dürkopp

Text: Anneke Dürkopp

Geburtsbericht von Anneke Dürkopp

Die Anneke ist Moderatorin und nimmt auf ihrem Blog www.annekebekommteinbaby.de ihre Leser mit auf ihren Weg überhaupt schwanger zu werden und zu bleiben und auch bis zur Geburt ihres Sohnes. SIe hat im Vorfeld einen HypnoBirthing Einzelpaar Kurs bei unserer Inken Arntzen belegt und berichtet nun über ihre Geburt, die ganz anders kam, als gedacht.

Los gehts:

Nach unserem ersten Coaching habe ich euch in meinem Blog erzählt, was Hypnobirthing bedeutet und wie ein Coaching so vonstatten geht. Jetzt möchte ich euch mitteilen, was wir alles gelernt haben, und wie ich es bei der Geburt anwenden konnte.

Meinem Mann und mir wurde während des Coachings eines schnell klar: ER sollte das Kind besser gebären, denn er war wie gemacht für Hypnosen. Während ich oft nicht loslassen konnte und viel zu verkopft war, tauchte mein Mann schon beim runterzählen in eine andere Welt ein…und auch erst wieder auf als unser Coach Inken wieder zählte. Ich war baff. Schließlich war doch ich diejenige, die monatelang Meditationen und Hypnosen trainiert hatte und nicht er. Aber gut, lassen wir das. Inken kam insgesamt 4 mal zu uns nach Hause. Wir erfuhren viel wissenswertes, trainierten die Hypnosen, machten Übungen und redeten. Auf die Geburt fühlten wir uns bestens vorbereitet und Angst hatte ich keine. Ich war eher aufgeregt.

Das änderte sich auch am 28.02. nicht, denn da spürte ich morgens um 4.30 Uhr das erste mal Wellen (Wehen). Sie waren nicht sehr stark und unregelmäßig, aber es ging definitiv los. Meinen Mann ließ ich noch schlafen und sagte ihm erst um 6.30 Uhr Bescheid. Da wir noch Zeit hatten, bis der Abstand der Wellen drei Minuten betrug, gingen wir einkaufen, frühstückten, putzten die Wohnung (kein Scherz, ich wollte das so) und guckten Serien auf Netflix. Nachmittags wollte ich dann doch beim Frauenarzt alles checken lassen. Das Ergebnis: ab ins UKE. Dort angekommen wurde ich wieder ans CTG angeschlossen. Das Ergebnis: nochmal drei Stunden spazieren gehen und dann wieder kommen. Wir sind in den Stadtpark gefahren, da ich dort am liebsten bin und mich wohl fühle. Spazieren konnte man es bei meinem Schneckentempo nicht immer nennen, aber wir blieben zwei Stunden dort. Es war schon längst dunkel und uns beiden kalt. Wir beschlossen heimzufahren und noch etwas essen. Um 21.30 Uhr checkten wir wieder ins UKE ein. Jetzt durften wir bleiben und uns einen Kreißsaal aussuchen. Was ein Luxus!!! Niemand außer uns war zu diesem Zeitpunkt da. Keine schreienden Frauen, keine Hektik auf dem Gang. Mir kam es fast unwirklich vor. Als würden wir in ein Hotel einchecken. Natürlich suchte ich mir den Kreißsaal mit Badewanne aus. Das war in meiner Vorstellung immer unglaublich schön und entspannend. Doch irgendwie ist langes Baden nichts für mich. Zu Hause bade ich auch nie. Also fing ich mit meinen Meditationen an. Ab 23 Uhr wurden die Wellen stärker und zeitgleich schlief mein Mann auf der Yogamatte auf dem Fußboden ein. Seelenruhig lag er da 2,5 Stunden und schlief tief und fest. Ich atmete. Und lief gefühlte 30 Kilometer in unserem Zimmer auf und ab. Unsere Hebamme war übrigens der Knaller!!!! Sehr jung, sehr nett und sehr professionell. Nur leider konnte sie nichts tun, damit sich mein Muttermund öffnete. Denn das war das Problem. Ich versuchte mich zu entspannen, ich ging die Hypnosen durch, ich atmete. Aber es passierte zu wenig. Bevor ich jetzt unnötig ins Detail gehe, möchte ich eher eine Zusammenfassung geben. Warum sich mein Muttermund nicht weiter als 7,5 Zentimeter öffnete (10 müssen es sein) ist nicht klar. Vielleicht hatte es körperliche Gründe, vielleicht wollte ich meine Schwangerschaft bedingt durch die vielen Fehlgeburten auch nicht beenden und meinen Bauch nicht hergeben. Was auch immer es war, es führte dazu, dass ich irgendwann (nach 8 Stunden) kollabierte und doch eine PDA bekam. Was ich ja eigentlich vermeiden wollte. Es ging aber nicht anders. Ich musste runterkommen, brauchte nach so vielen Stunden erstmal Ruhe. Nach zwei weiteren Stunden war klar: es wird ein Kaiserschnitt. Ich war zu diesem Zeitpunkt wieder ganz bei mir, Herr (Frau?) meiner Sinne und alles andere als fremdbestimmt. Mein Mann und ich hatten gemeinsam mit der Ärztin und Hebamme (nach dem Schichtwechsel eine ältere, sehr erfahrene Hebamme die ebenfalls der Knaller war) entschieden, dass ein Kaiserschnitt die beste Lösung sei. Im OP konnte ich schon wieder Witze machen und als mein Mann dazu kam, fühlte ich mich sicher und wurde innerlich ganz ruhig (äußerlich habe ich von der PDA gezittert wie Espenlaub).

Endlich kam der Moment näher und wir würden unser Baby das erste mal sehen. Ich werde diesen Augenblick nie vergessen! Er sah so fertig und vollkommen aus, krähte ein wenig und guckte uns an. Mehr konnte ich nicht sehen. Zum einen, weil die Hebamme mitsamt des kleinen Bündels kurz verschwand, zum anderen, weil mir die Tränen aus den Augen sprudelten. So viel Glück und so viel Liebe auf einmal hatte ich noch nie zuvor empfunden. Meinem Mann erging es nicht anders. Nur zwei Minuten später lag unser Baby auf meiner Brust zum Bonding. Während ich zusammengeflickt wurde, kuschelten Mann und Sohn im Bett im Kreißsaal. Als wir dann endlich zu dritt waren, stand die Zeit erstmal still.

Mein Fazit zum Thema spontane Geburt:

Ich bereue es nicht, dass mein Sohn letztendlich nicht auf natürliche Weise geboren wurde. Und ich habe auch nicht das Gefühl als Frau versagt zu haben. Ich habe 26 Stunden Wellen (Wehen) ohne PDA ausgehalten. Mein Sohn hat selbst bestimmt, wann die Geburt losgeht. Wir waren beide darauf vorbereitet. Dass es anders kam als gewünscht, war eben der Lauf der Dinge. Unser Baby ist gesund. Was wollen wir mehr? Gar nichts!

Mein Fazit zum Thema Hypnobirthing:

Ich bin unwahrscheinlich glücklich darüber, dass ich durch Inken Arntzen einen wunderbaren Coach hatte. Mein Sohn war während der kompletten Zeit der Geburt tiefenentspannt, sein Herzschlag immer im normalen Bereich. Er hatte gar keinen Stress. Und ich deshalb auch nicht. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich bei mir war. Ich habe alles mitbestimmt und kann mich an jede Sekunde klar erinnern. Nichts ist verschwommen oder nicht vorhanden. Und die Zeit im OP fühlt sich in meiner Erinnerung leicht und glücklich an. Das hätte ich ohne Hypnobirthing nicht unbedingt so gemeistert. Und deshalb bin ich dankbar genau diesen Weg gegangen zu sein. Danke Inken!!!


Danke liebe Anneke fürs Teilen. Den Geburtsbericht findet ihr auch auf ihrem Blog www.annekebekommteinbaby.de.